• Stephan Busch

Wie Tiger im Käfig! Gastronomie und die Folgen der Krise



Die meisten Leute, die in Hotellerie & Gastronomie arbeiten, sind auch Menschen die Sport und alle Arten von Bewegung lieben. Nicht nur die jüngeren. Gastronomie bedeutet harte Arbeit - viel tägliche Bewegung, Laufen und Bewegungen aller Art. Ein freier Tag oder - auch nur die Pause - wurden von vielen im Gastgewerbe immer für sportliche Aktivitäten genutzt. Auch so bleiben wir geistig gesund!


Die Stunde Squash am Nachmittag, die Fußballspiele und jede andere Art von Sport gehören zu unserem Leben. Und jetzt können wir nicht mehr zur Arbeit gehen! Kein tägliches Laufen mehr! Aber anstatt durch mehr Sportarten - insbesondere Mannschaftssportarten - kompensieren zu dürfen, sind wir vollständig eingesperrt. Tiger im Käfig!


Zumindest Helge Braun Kanzleramtsminister sorgte mit seinem Satz das die Leute mehr Fahrrad fahren sollen fuer Belustigung als er seinen uebergewichtigen Körper aus der Regierungs Limousine drückte.


Körperlich und geistig ist es eine absolut schwere Zeit für Hotelfachkräfte, die mit diesen Einschränkungen leben müssen, plus der Unsicherheit, ob sie jemals wieder einen Job oder ein Einkommen im Gastgewerbe haben werden. Und was ist mit Millionen von Kindern, die das gleiche Problem haben? Keine sozialen Kontakte, keine Bewegung, kein Spaß, keine Mannschaftssportarten.


In einem BBC-Artikel sprachen Eigentümer und Manager über ihre Bedenken.

"Wenn der Sinn weg ist und tägliche Rituale wegfallen und jeder steht unter finanziellem Druck und schämt sich eine Tafel fuer Lebensmittel zu brauchen - dann wird es wirklich schwierig." Und wenn Sie bereits mit Depressionen zu kämpfen haben und werden dann noch von Ihrem sozialen Netzwerk getrennt? Weiße Männer eines bestimmten Alters sind die höchste Bevölkerungsgruppe für Selbstmord in Amerika, und das ist dieselbe Bevölkerungsgruppe wie bei vielen Barkeepern. Ich mache mir wirklich Sorgen um diese Leute. “


Der weltweite Ausbruch von SARS im Jahr 2003 war mit einem Anstieg der Selbstmorde bei Menschen über 65 Jahren um 30% verbunden.

BBC News 29.10.2020

https://www.bbc.com/worklife/article/20201021-coronavirus-the-possible-long-term-mental-health-impacts


Politiker beweisen wenig Verständnis was auch daran liegen kann das sie sich von einem warmen Stuhl zum nächsten bewegen, ihre Kantinen geöffnet haben, während alle Restaurants geschlossen sind, ihr volles Gehalt erhalten und nie selbst arbeiten mussten.


In der Zwischenzeit tauschen junge Leute, deren Spa geschlossen ist, Kelleradressen von Menschen aus, die ihre Trainingsgeräte im Keller mit anderen teilen. Sehr gesund. Anstelle eines Spas mit hygienischen Maßnahmen und Distanz drängen sie sich in Kellern ohne Luftzirkulation.


Die Langzeit Probleme die Folgen können, könnten mehr Opfer als das Virus fordern.


Ich mache mir Sorgen, dass wir mehr Menschen aus all den sekundären Gründen verlieren werden “, sagt Maggie Campbell, Vizepräsidentin bei Privateer Rum in Massachusetts

BBC News 29.10.2020

https://www.bbc.com/worklife/article/20201021-coronavirus-the-possible-long-term-mental-health-impacts


Die Berliner Feuerwehr verzeichnet im laufenden Jahr einen

extremen Anstieg bei Einsätzen unter dem Stichwort „Beinahe

Strangulierung/ Erhängen“. Im Jahr 2018 gab es sieben Einsätze

unter dem internen Einsatzcode 25D03, im Jahr 2019 waren es

nach Angaben der Senatsinnenverwaltung drei Einsätze. Im Jahr

2020 waren es bis Oktober bereits 294 Einsätze unter diesem

CodeSenatsverwaltung für Inneres und Sport auf eine Anfrage des

Einzelabgeordneten Marcel Luthe hervor.


In anderen Ländern werden vergleichbare Entwicklungen direkt mit der Corona-Pandemie und den dazugehörigen Begleitumständen erklärt. So hieß es bei der „Tagesschau“ in einem Beitrag über die Pandemie in den USA: „US-Wissenschaftler warnen, dass in den nächsten Jahren bis zu 75.000 Amerikaner zusätzlich entweder durch Alkohol- oder Drogenmissbrauch oder durch Suizid ums Leben kommen werden.“

"Existenzängste führen zu Suizid"

Tagesschau: 18.05.2020


Hotellerie, Gastronomie und auch die Angestellten auf Kreuzfahrtschiffen haben es schwer mit der heutigen Unsicherheit zu leben. Hoffen wir das wir bald zu einem etwas normaleren Leben zurückkehren können.



Autor: Stephan Busch, Akademischer Direktor an der Staatlichen Universität für Geisteswissenschaften Moskau RGGU, der Fakultät für Tourismus und Gastgewerbe und der Swiss International University, erwarb sein Master-Zertifikat in Hospitality Management an der Cornell University, USA. Er verfügt über vielfältige Erfahrungen in der Inbetriebnahme, Geschäftsentwicklung und Serviceschulung für Hotel- und Kreuzfahrtunternehmen in Asien, Europa, Kanada und Russland.

www.itsjusthotelsservice.com, contact@itsjusthotelsservice.com


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