• Stephan Busch

War das ehrlich schon alles? Hotels & Gastronomie 2022



Die Erholung auf die wohl für 2022 alle gehofft hatten scheint auszubleiben. Sicher geht es in vielen Bereichen wieder los aber viel zu langsam, viel zu schwerfällig und wie man am Beispiel P&O Ferries sieht mit denselben rücksichtslosen Fehlern wie vor und während der Pandemie.


Geschäftsreisen sind nur ein Teil den Hoteliers kritisch bis negative einschätzen.


Accor-Chef Sebastien Bazin sieht Geschäftsreisen als große Herausforderung. Die Zahlen würden zeigen, dass nationale und internationale Geschäftsreisen, die 2019 60 Prozent des Geschäfts von Accor ausmachten, weit unter dem Volumen von vor der Pandemie blieben.

Auch für die kommenden Jahre malt der CEO ein düsteres Bild: So prognostiziere Accor, dass internationale Geschäftsreisen im Jahr 2023 um fast 40 Prozent und 2024 um 20 Prozent zurückbleiben würden. „Das könnte wahrscheinlich ewig dauern“, erklärte Bazin laut Busines Traveller.

(Accor fürchtet dauerhaften Rückgang bei Geschäftsreisen 01. März 2022 Hotellerie tageskarte.io)


Der Krieg in der Ukraine und der Luftverkehr der immer noch weit hinter den Kapazitäten von 2019 liegt sind weitere Gründe das Europa noch lange nicht mit einer Steigerung der Gästezahlen aus Übersee rechnen kann.


Hinzu kommt das Geschäfte die bankrott und geschlossen sind sich entgegen den Beteuerung von Politikern nicht erholen können. Tote zum Leben erwecken dürfte schwer sein. Wieviele das sind lässt sich am Beispiel Deutschland beeindruckend zeigen.


Aber eigentlich ist die Unternehmenszahl 2020 überall in der Gastronomie stark zurückgegangen, wie der Blick auf die Statista-Grafik zeigt. Über die dort abgebildeten Bereiche hinweg mussten über 17.000 Betriebe aufgegeben werden. Zum Vergleich: 2019 waren es 520, im Jahr davor sogar nur 122.

(Mathias Brandt, Data Journalist)


Leider sind es die Ketten wie MacDonalds, Starbucks und andere 0815 Unternehmen die überleben und damit das Niveau der Gastronomie im Keller landen lassen. Einzelne Restaurants und Bars die den lokalen Charakter in ihren jeweiligen Gebieten prägten sind die ersten die zu machen mussten und oft nie wieder aufmachen werden. Die Zahlen von Statista sind sehr erschreckend.


Ein Licht am Ende des Tunnels lässt sich für die Branche kaum erkennen:


«Die Erholung dürfte sich auch im besten Fall über viele Jahre hinwegziehen. Das zeigen die Erfahrungen aus der letzten Krise infolge des Frankenschocks von 2011.» Davon habe sich das Gastgewerbe bis Anfang 2020 nicht vollständig erholen können.

(nau.ch Januar 2022)


Wenn dann auch noch P&O Ferries 800 Mitarbeiter ohne Vorwarnung entlässt (einige waren 22 Jahre der Firma treu) muss man sich nicht wundern das die ganze Branche nach Personal schreit. Hier rächen sich die Jahrzehnte in denen Personal in Hotels, Restaurants und in der Kreuzfahrt Industrie schlecht bezahlt und ausgenutzt wurden. Personal wie alte Möbel einfach auf die Straße werfen war während der Pandemie keine Werbung um gutes Personal neugierig auf die Berufe zu machen und scheint auch jetzt wohl niemanden dazu bringen sich zu bewerben.



Stephan Busch verfügt über eine unschätzbare und vielfältige Erfahrung in der Hotellerie, die von Führungspositionen bei den renommiertesten Hotel- und Resortunternehmen bis zur Projektentwicklung - Inbetriebnahme, Geschäftsentwicklung - für Hotel- und Kreuzfahrtunternehmen in Asien, Europa, Kanada und Russland reicht .

Seine Expertise umfasst nicht nur die Planung, Eröffnung und den Betrieb von Hotels, internationalen Golfclubs, Flughäfen, Resorts und Kreuzfahrtschiffen, sondern auch die erfolgreiche Umstrukturierung und Neupositionierung von Unternehmen während der Finanzkrise in Asien.

Stephan Busch erwarb sein Master-Zertifikat in Hospitality Management an der Cornell University, USA und war viele Jahre Akademischer Direktor / Fakultät für Hospitality & Tourismus an der Staatlichen Universität für Geisteswissenschaften der RGGU Moskau sowie an der Internationalen Schweizer Universitaet, St. Petersburg


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