• Stephan Busch

Politker gestalten das Restaurant von Morgen! Die Gastronomie muss dankbar sein!




Durch die vielen eingeführten Regeln und Notstandsverordnungen hat die Politik erfolgreich in Design, Service und Betrieb der Restaurants und Hotellerie eingegriffen. Wir sollten dankbar sein!


Erfolg der Massnahmen auf ganzer Linie!

Der wohl erfolgreichste Eingriff war das viele Pleite sind und nie wieder aufmachen können. Das überrascht sicher auch den Deutschen Wirtschaftsminister der noch letztes Jahr sagte das es durch die Massnahmen der Regierung keine Insolvenzen geben wird und niemand seinen Arbeitsplatz verlieren wird. Auch der Deutsche Gesundheitsminister versprach nach dem ersten Lockdown das es keinen zweiten geben wird und Einzelhandel und Gastronomie nicht wieder geschlossen werden. Bei soviel Voraussicht und Durchblick muss man dankbar sein das diese Kompetenten Herren sich nun auch um Inneneinrichtung und Service kümmern.


Das Vemummungsgesetzt umgedreht

Lächeln war einmal wichtig. Da sich nun jeder hinter einer Maske verstecken muss ist auch der gelangweilte Gesichtsausdruck genug um in der Gastronomie zu arbeiten. Wenn jetzt der Oberkellner mit Tranchierbesteck und OP Maske an den Tisch kommt muss man sich schon Sorgen machen? Besser die Kinder Seelisch darauf vorbereiten.


Design Ideen fuer alle! Vorgeschrieben!

Die schönen Plexiglaswaende lassen auch den alten Rittersaal, die urige Kneipe und das klassische Restaurant richtig hip wie Bushaltestelle aussehen.


Die Begrüßung durch den Hand Desinfektion Automaten hat jetzt schon etwas vertrautes. Die klebrige Masse kann (das was nicht auf den Boden getropft ist und gelbe Flecken hinterlässt) mit Zewa Wisch und Weg fast gänzlich von den Händen entfernt werden und landetet in den Hygienisch einwandfreien Plastikeimer der auch am Eingang steht. Im Wilden Westen stand da der Spuknapf aber spuken ist ja jetzt zum Glück streng verboten!


Immer schön Distanz halten

Alle sitzen soweit auseinander sodass auch die letzte Illusion von Atmosphäre in den Weiten verpufft. Geld kann auch kein Gastronom mehr verdienen wenn er statt seinem gemütlichen Restaurant jetzt eine Turnhalle bräuchte um auf die Gästezahl von vor den Massnahmen zu kommen. So ein bisschen Turnhallen Flair hat aber auch jedes Restaurant durch die knalligen Bodenmakierungen bekommen. Sieht super aus und hat bestimmt eine der Beraterfirma der Bundesregierung richtig reich gemacht.


Jetzt kommt auch noch der Hund

Der Ministerpräsident von Niedersachsen kann sich gut vorstellen Spürhunde die auf Covid gedrillt sind nicht nur auf Flughäfen sondern auch in Restaurants einzusetzen. Tolle Idee nur was macht der Hund wenn er einen erwischt hat? Bellen, beissen oder ans Bein Pinkeln? Darf er meine Cannabis Pfeife verpfeifen? Hat er sich die Pfoten desinfiziert? Das wird sicher noch ausgearbeitet.


Impfschein muss sein

Wie die Kanzlerin im ARD sagte muss der Nicht geimpfte damit rechnen das ein oder andere nicht mehr machen zu dürfen. Wie ins Restaurant gehen? Zur Arbeit? Auf öffentliche Toiletten? Hat sie nicht erwähnt aber das wird sicher noch ausgearbeitet. So schnell wie das impfen organisiert ist kann das die Gästezahl nochmal halbieren.

Alle werden weiterhin Adressen Telefonnummern und Glaubensbekenntnisse schriftlich abgeben müssen da die “Nachverfolgung” wichtig ist. Restaurant Besuch mit garantierter Nachverfolgung. Soviel Service hat die Gastronomie noch nie geboten! Doch - aber das ist schon länger her!


7% von Nix ist Nix

Der Bayrische Ministerpräsident der sich schon mit vielen vor Weisheit tropfenden Empfehlungen und Bestimmungen fuer höhere Weihen empfiehlt verspricht nun auch noch fuer die Gastronomie eine Mehrwertsteuer bis ende 2022 von nur 7%. Das freut alle zumal wohl keiner was davon hat. Wenn der Umsatz ganz weg ist wegen Pleite, das Restaurant nicht mal halbvoll wegen Abstand, der Gast nicht mehr kommen kann wegen Arbeitslosigkeit, oder nicht mehr kommen will weil er Plexiglas, Maske und Markierungen nicht sexy findet dann sind 7% von nix - NIX! Das wird aber noch ausgearbeitet.



Mit wieviel Haushalten man am Tisch sitzt muss man auch beachten was Wohngemeinschaften einen klaren Vorteil verschafft. Irgendwie diskriminierend, oder? Ob es auch eine Frauenquote pro Haushalt und Tisch geben wird, wie Gender freundlich die Tischordnung ausfallen muss wird noch ausgearbeitet.


Also falls denn jemals die Restaurants wieder aufmachen sollte man den Kindern sagen das Der Ober mit der Maske und Tranchierbesteck nicht wegen der entzündeten Mandeln kommt, der Schäferhund der nach Viren sucht garantiert nicht beisst, der Laden so leer ist wegen Distanz und nicht dem schlechten Essen, Oma nicht mit kommen durfte weil sie ein Hochrisiko ist und die Papierarbeit am Eingang auch beim Döner 20 Minuten dauern kann.


Es kommen sicher noch weitere Verordnungen die die die Gastronomie in unerwartete Höhe tragen wird. Selbst im kleinsten Kiosk werden Design und Vorschriften uns fuer immer sicher Nachverfolgt fühlen lassen. Man muss dankbar sein! Als ich das erste mal im Hauptbahnhof Hannover eine Bratwurst kaufte, mich an einen Stehtisch begab und gerade reinbeissen wollte rief der Wurstverkaeufer: “Registriert? Haben sie sich angemeldet?” “Nee”, sagte ich “will hier auch nicht einziehen und wohnen.” Bevor er Antworten konnte riss eine alte Dame die ein Fischbroetchen betrachtete Ihre Maske runter und schrie:” Maske! Setzen sie Ihre Maske sofort auf!” Beim reinbeissen in eine Bratwurst? Ich bin dann nach draussen in den Regen gegangen konnte aber keinen Platz unter einer Bushaltestelle finden weil dort überall Leute aus Pizzakartons und Sushiboxen futterten. Es wird immer besser!



Autor: Stephan Busch, Akademischer Direktor an der Staatlichen Universität für Geisteswissenschaften Moskau RGGU, der Fakultät für Tourismus und Gastgewerbe und der Swiss International University, erwarb sein Master-Zertifikat in Hospitality Management an der Cornell University, USA. Er verfügt über vielfältige Erfahrungen in der Inbetriebnahme, Geschäftsentwicklung und Serviceschulung für Hotel- und Kreuzfahrtunternehmen in Asien, Europa, Kanada und Russland.

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