• Stephan Busch

Hotellerie & Tourismus schön schreiben? Warum nicht ehrlich?




Positives würde man gerne mal wieder über Hotellerie, Gastronomie, Kreuzfahrten und die Veranstaltungsbranche lesen nur was heutzutage an positiven Schlagzeilen fabriziert wird ist einfach nur schlechter Journalismus, Miss Information und oft eine Frechheit all denen gegenüber die in Tourismus und Gastronomie arbeiten.

Auf die Frage ob ich nicht positiver schreiben könnte viel mir nicht viel ein da ich lieber ehrlich schreibe. Aber ich habe dann einmal viele Kollegen gefragt und die Antworten waren alles! Von Sarkastisch bis witzig - nur eben nicht positiv. Da habe ich mich einfach auf jede positiv Schlagzeile gestürzt die ich finden konnte. Das ging nach hinten los.

„Gastgewerbeumsatz im ersten Halbjahr verdoppelt“ Von Rolf Westermann

Freitag, 19. August 2022 aghz


Das hört sich ja einfach positiv an. Wenn man dann aber erst einmal ein wenig weiter liest muss man feststellen das dies der Vergleich mit dem Vorjahr einem Corona Jahr ist wo ja bekanntlich fast alles dicht sein musste. Es wird dann auch noch zugegeben das die Umsätze natürlich auch die erforderlichen enormen Preissteigerungen zu verdanken sind und damit verliert diese Artikel kein Wort über die Profite die natürlich nicht so schön zu beschreiben sind. Aber schöne positive Schlagzeile


„Im Gegensatz dazu erreichten die nominalen Umsätze erstmalig seit Pandemiebeginn wieder das Vorkrisenniveau (+0,1 Prozent), was jedoch auf die deutlichen Preissteigerungen zurückzuführen ist.“

19.08.2022 ahz


Plus 0,1% Prozent trotz der deutlichen Preissteigerungen bedeutet dann minus wieviel? Die Frage wurde hier leider nicht beantwortet.

Ein weiteres Highlight gab es dann bei der Zeit die über die NABU (Naturschutzbund Deutschland) und deren Beurteilung von Kreuzfahrt Firmen schrieb. So eine positive Schlagzeile konnte ich mir nicht entgehen lassen:


„Nabu sieht trotz Kritik Klima-Fortschritte in Kreuzfahrtbranche“

Der Naturschutzbund attestiert drei deutschen Reedereien eine gute Entwicklung beim Klimaschutz auf Großschiffen. Insgesamt tue die Branche aber weiter zu wenig.

Aktualisiert am 23. August 2022, 14:59 Uhr Zeit on line


Fortschritte? Eine gute Entwicklung? Endlich dachte ich und machte den Fehler weiter zu lessen.

Hier stand nun das 19 Kreuzfahrtlinien untersucht wurden und maximum 17 Punkte vergeben wurden wenn es um die Beurteilung von Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Klima Freundlichkeit ging. Und das Ergebniss dieser Fortschritte und der guten Entwicklung? Hier ein Blick auf die Katastrophalen Ergebnisse die ich nie in eine so schöne positive Schlagseite gebracht hätte.

Schon toll das Hurtigruten Spitzen Reiter mit 8,5 Punkten ist! Aber wenn man jetzt mal ein wenig nachdenkt sind das nicht weniger als 50% Prozent? Jedem Studenten der eine Arbeit so zurück bekommt würde jetzt schon der Schweiß ausbrechen. Dann kommt aber auch noch Carnival die für Ihren Umweltschmutz schon 50 Millionen Dollar Strafe zahlen mussten mit sagenhaften 4 Punkten! Phönix Reisen und Costa ( Costa auch Carnival) sind mit 2,5 Punkten genauso sitzen geblieben wie Marella die mit 0 Punkten wohl nicht mal einen Kaffeefilter vor den Schornstein gebunden haben. Da war ich mal wieder von einer schönen Schlagzeile geblendet worden und sollte langsam lernen die Schlagzeile zu ehren und den Rest besser nicht zu lesen. Und mit dem Denken aufhören würde auch helfen.


Ach ja – denken! Waren nicht 19 Firmen beurteilt worden? Hier sehe ich nur 14 die alle katastrophal dastehen. Waren die anderen noch schlechter? Minus Punkte vielleicht sogar? Ich darf wirklich nicht weiter denken!


Ich gucke dann mal weiter nach positiven Schlagzeilen. Da war noch der Kellner der in Paris monatlich 550 Euro für eine 4qm Wohnung zahlte ( mein Küchentisch ist glaube ich größer) aber das fällt auch nicht wirklich unter positiv.


Stephan Busch verfügt über eine unschätzbare und vielfältige Erfahrung in der Hotellerie, die von Führungspositionen bei den renommiertesten Hotel- und Resortunternehmen bis zur Projektentwicklung - Inbetriebnahme, Geschäftsentwicklung - für Hotel- und Kreuzfahrtunternehmen in Asien, Europa, Kanada und Russland reicht .

Seine Expertise umfasst nicht nur die Planung, Eröffnung und den Betrieb von Hotels, internationalen Golfclubs, Flughäfen, Resorts und Kreuzfahrtschiffen, sondern auch die erfolgreiche Umstrukturierung und Neupositionierung von Unternehmen während der Finanzkrise in Asien.

Stephan Busch erwarb sein Master-Zertifikat in Hospitality Management an der Cornell University, USA und war viele Jahre Akademischer Direktor / Fakultät für Hospitality & Tourismus an der Staatlichen Universität für Geisteswissenschaften der RGGU Moskau sowie an der Internationalen Schweizer Universitaet, St. Petersburg


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