• Stephan Busch

Hotellerie sollte junge Menschen fördern und beflügeln!

Updated: Aug 22



Hotels, Restaurants, Kneipen waren immer Chance und oft ein toller Anfang fuer viele junge Menschen. Einige haben nur einen Teilzeit job gemacht andere eine Lehre und beide haben irgendwann aufgegeben oder sind fuer immer dabei geblieben. Viele sind auch spaeter zurueck gekommen weil sie es einfach vermisst haben!


Hotellerie ist eine Welt fuer sich

Das Geschäft ist sicher nicht fuer jeden das Richtige aber fuer Millionen die es geliebt haben war es der beste Einstieg - oft auch Aufstieg im Leben. Fuer viele auch die einzige Möglichkeit Geld zu verdienen oder nebenbei dazu zuverdienen. Diese Millionen die uns gerne bedient haben, haben wir jetzt in die Arbeitslosigkeit - die Hoffnungslosigkeit geschickt! Wenn ich Artikel lese wie : “Wir haben scheinbar ueber reagiert” (Richard David Precht in derWelt) frage ich mich ob das Leben anderer Menschen einfach so leichtfertig gefährdet werden darf. Ein hartes Leben ist die Hotellerie mit jedem Wochenende arbeiten, jeden Feiertag und langsam die Freunde aus der Kindheit weniger und weniger sehen. Aber neue Freunde gewinnen - mit den guten alten in Kontakt bleiben. Ein Leben in dem man viele Menschen kennen lernt - viele Länder sehen kann und man eines der wichtigsten Dinge im Leben lernen kann.


Service ist die Kunst des Gebens ohne Arroganz

Service ist nicht dumpfe Dienerschaft und Untergebenheit sondern etwas sinnvolles. Es ist die Kunst des Gebens die alle geniessen wollen - nicht viele vollfuehren wollen und wenige verstehen. Fuer den der mit Respekt und Toleranz - ohne Arroganz - serviert ist es eine Befriedigung die viele in anderen Berufen vermissen. Fuer viele - gerade in Europa - war es ein respektierter Beruf den man bis zur Rente gerne gemacht hat. Die Aeltern waren Vorbild, Lehrer. Mentor und Freund zugleich.


Und dann haben wir das alles in die Tonne gehauen!

Wir sind dem Amerikanischen Vorbild gefolgt. Junges Personal, voller Energie, keine Ahnung aber billig. Die Älteren die nicht die Kisten mehr schleppen konnten - weg - keiner mehr da von denen man was lernen konnte. Aber viele junge unerfahrene Vorgesetzte die keine Ahnung hatten ( wie auch - ohne Erfahrung!) aber die genug Selbstvertrauen hatten selbst den groessten Blödsinn anzuordern. Das war was wir an Personal haben sollten. Die Älteren? Nicht mehr effizient! Zu langsam. Erfahrung? Wozu wenn wir Standard Operating Procedures haben? Müssen alle unterschreiben - wenn das nicht klappt - wie sinnlos die SOP’s auch seinen mögen - rausschmeissen - nächsten einstellen. Profit wurde gesteigert - Qualität? Waren nicht mehr viele da die wussten was das ist.


Die Individualisten haben es noch ausgeglichen

Den jungen Leuten haben wir viel zu verdanken. Sie kamen mit neuen Ideen , Konzepten und der Energie die Fehler der alt eingesessenen Hotellerie teilweise auszugleichen. Heute - durch Corona, aber auch durch die langwaehrende Vernachlässigung durch die Politik, stehen die meisten mit leeren Händen da. Wir werden wieder aufstehen und ich hoffe das diejenigen die jetzt wieder sagen “Hättet Ihr doch was anständiges gelernt” nie wieder in eine Kneipe, ein Restaurant oder ein Hotel gehen.



Autor: Stephan Busch, Akademischer Direktor an der Staatlichen Universität für Geisteswissenschaften Moskau RGGU, der Fakultät für Tourismus und Gastgewerbe und der Swiss International University, erwarb sein Master-Zertifikat in Hospitality Management an der Cornell University, USA. Er verfügt über vielfältige Erfahrungen in der Inbetriebnahme, Geschäftsentwicklung und Serviceschulung für Hotel- und Kreuzfahrtunternehmen in Asien, Europa, Kanada und Russland.

www.itsjusthotelsservice.com, contact@itsjusthotelsservice.com


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