• Stephan Busch

Hotellerie & Hospitäler – na dann Frohe Weihnachten!



Wieder Weihnachten und ein Neues Jahr. Was hat sich für uns geändert? Hotellerie, Gastronomie und Tourismus sind in zwei Jahren Corona von den Regierenden an die Wand gefahren worden. Dann mussten fragwürdige Sanktionen verhängt werden die Europa schweren Schaden zufügen und der eigen Bevölkerung unglaubliches Geld kosten. All diese Entwicklungen führen natürlich dazu das sich weniger Menschen Urlaub leisten können, den Besuch im Restaurant zweimal überdenken oder sich schlicht nicht mehr leisten können. Es betrifft nicht mehr diejenigen die schon vorher in die Pleite getrieben wurden aber das kann man wohl kaum als positiv bewerten. Bei dem Pflegepersonal war am Anfang noch zum klatschen animiert worden doch nachdem Regierende und Staatsangestellte sich den Coronabonus in die Tasche gesteckt hatten ist das auch vorbei. Bessere Bezahlung für Pflegepersonal gibt es nur wenn sie zu Lidl und Aldi wechseln um Regale einzuräumen aber wieviel Sinn das macht ist auch fraglich. Wir leben in interessanten Zeiten und sollten in Hotellerie und in den Krankenhäuser nur an uns zuerst denken. Die anderen haben bewiesen das wir ihnen egal , nur manchmal nützlich, sind.


Weihnachten ist normalerweise die Zeit der Entspannung und des Genießens gepaart mit Shopping bis zum bitteren Ende. Für die Gastronomie und die Hospitäler ist es die Zeit der Hochspannung, schwitzenden Füssen, viel Geschrei aber auch gutem Umsatz.


Krankenhäuser sind auch in dieser Zeit immer besonders gefragt und beide Gastronomie und Hospitäler haben sehr viel gemeinsam.


Schon während des Jahres gibt es vieles was uns verbindet.

Wir bieten beide “Bed & Breakfast” an wobei manchmal das Angebot der Gastronomie besser ist aber ehrlich gesagt manchmal auch das der anderen.


Wir arbeiten beide für so wenig Geld das normale Menschen uns entweder für Volltrottel halten oder Idealisten mit Hang zu Sado Maso. Wir selbst wissen das auch nicht so genau und erzählen darum lieber nichts über die unbezahlten Überstunden die wir uns ständig auch noch reinziehen.


Wir arbeiten auch gerne und fast immer an Wochenenden und allen Feiertagen wenn jeder andere auf dem Sofa liegt.


Wir laufen täglich Marathon und haben bis heute nicht verstanden warum Leute joggen gehen.


Wir mögen unsere Gäste und Patienten die uns immer wieder sagen wie sehr sie uns lieben, aber auch genauso häufig das wir die unfähigsten Idioten sind die sie je getroffen haben. Wir lieben sie alle.

Damit könnten man zu dem Schluss kommen dass Menschen die in Krankenhäusern oder der Gastronomie arbeiten nicht ganz richtig in der Birne sind. Und das stimmt. Da sagen wir nicht mal was dagegen. Der einzige Grund warum man uns nicht in Zwangsjacken abführt ist das man uns braucht. Und besonders Weihnachten und Neu Jahr.


Sprengen wir uns weg!

Für die Pfleger und Ärzte fängt die festliche Saison ein wenig früher an da - sobald Feuerwerk verkauft wird sich die ersten schon mal in die Luft sprengen. Brandwunden konkurrieren mit Unfallopfern die unmöglich im Dezember damit gerechnet hatten das es glatt wird.


In Hotel und Restaurants gibt es die vielen Weihnachtsfeiern für Firmen, Banken und Versicherungen die dank unserer hohen Beiträge noch die Spesen für dieses Jahr auf den Kopf hauen müssen. Reservierungen für die Weihnachtstage und Sylvester sprudeln nur so hinein und Besitzer und Manager quetschen im Geiste schon Tische rein wo keine hingehören. Auch schon mal ganz nah am Kamin. Den Champagner zum Löschen kann man sicher mit berechnen. Sonst kümmern sich unsere Kollegen im Krankenhaus darum. Die nehmen zwar keine Reservierungen an sind aber mit last Minute Kunden bestens vertraut!


In den Krankenhäusern mischen sich die Weihnachtsfälle mit den Grippe Kranken, Oma ist dabei die mit Kartoffelsalat ausgerutscht ist, die rustikaleren Typen hacken Feuerholz und Fingerkuppen ab und selbst gemachte Basteleien führen zu Superkleber in den Augen. Das Fest hat begonnen. Dazu kommt noch der Typ der seit zwei Wochen Zahnschmerzen hat aber auf diesen Augenblick gewartet hat um zu erscheinen.


Und dann strömen die Leute in die Restaurants. Wir kredenzen 8 Gang Menüs und entkorken feierlich den 1961 Chateau Margaux. Der Sommelier probiert Pflichtbewusst jede Flasche Wein für Restaurants und Bankett und muss schon gegen 20:00 Uhr in der Wäschekammer abgelegt werden. Der Oberkellner erklärt mit wunderbaren Worten das Amuse-Bouche während der Gast sich nach dem dritten Martini fragt ob er den Typ kennt der Ihn da die ganze Zeit voll labert?


Der Oberkellner mit den salbigen Worten ist derselbe der noch vor 5 Minuten in der Besprechung jeden aufgefordert hat den Finger aus dem A… zu nehmen und endlich in die Puschen zu kommen. “Lauf oder stirb” wird heute als Losung ausgegeben.


Bei uns gibt es den vorderen Teil wo wir lächeln und höflicher als die Queen sind und den hinteren Teil des Hauses wo wir schreien, fluchen, den weinenden Abwäscher trösten und nach dem letzten verdammten Kaffeelöffel suchen.


Die erste ältere Dame stolpert auf dem Weg ins Klo, haut den Kellner das Tablett aus den Händen und schneidet sich am Glass so tief es nur geht. Wir machen sauber während uns mit Anzeige wegen Fahrlässigkeit gedroht wird, machen den ganzen Mist auch noch sauber, kommen für den verschütteten Schampus auf und organisieren den Transport der Dame zu unseren Kollegen im Krankenhaus.

Zur Erleichterung der Oberschwester erscheinen im Krankenhaus die ersten Alkoholleichen. Sie hatte schon gemerkt das irgendwas fehlte. Die meisten haben Ihren Magen schon im Krankenwagen geleert aber einige haben es für die Rezeption hier aufgehoben.


Nach Mitternacht wird es in Hotels und Restaurants ruhiger während die Kollegen im Krankenhaus jetzt Rush hour haben. Restaurantbesitzer und schnicke Manager überschlagen schon mal den Profit der mit den unbezahlten Überstunden noch besser aussieht. Kriegen schließlich Trinkgeld, oder? Im Krankenhaus bekommen sie nicht mal das. In der Gastronomie ist es auch nicht so toll wenn man das Trinkgeld durch die 18 Stunden Arbeit teilt.


Die Buchhalter in Gastronomie und Krankenhäusern werden sich nächste Woche freuen da sie im Moment auf den Malediven sind. Die Krankenkassen werden schöne Rechnungen ausstellen und denen die sie brauchten mal richtig die monatliche Prämie erhöhen. Aber erst nächste Woche da die meisten von der Versicherung auch auf den Malediven sind.


Ob man es glaubt oder nicht - Wir lieben unseren Job und ob nun im Krankenhaus oder in der Gastronomie und werden weiter der Gesellschaft - den Menschen - dienen. Wir sind schon ein besonderer Schlag und dass uns kein Respekt entgegengebracht wird geht uns am Arm vorbei. Da stehen wir locker drüber.


Wir sind nicht politisch korrekt und Genießen das, sprechen frei weg von der Leber und es ist uns Sch… egal ob man uns mag oder nicht. Wir werden euch weiter dienen. Nicht weil Ihr es verdient hättet - weil es uns Spaß macht!


Frohe Weihnachten und ein glückliches Neues Jahr!


Stephan Busch verfügt über eine unschätzbare und vielfältige Erfahrung in der Hotellerie, die von Führungspositionen bei den renommiertesten Hotel- und Resortunternehmen bis zur Projektentwicklung - Inbetriebnahme, Geschäftsentwicklung - für Hotel- und Kreuzfahrtunternehmen in Asien, Europa, Kanada und Russland reicht .

Seine Expertise umfasst nicht nur die Planung, Eröffnung und den Betrieb von Hotels, internationalen Golfclubs, Flughäfen, Resorts und Kreuzfahrtschiffen, sondern auch die erfolgreiche Umstrukturierung und Neupositionierung von Unternehmen während der Finanzkrise in Asien.

Stephan Busch erwarb sein Master-Zertifikat in Hospitality Management an der Cornell University, USA und war viele Jahre Akademischer Direktor / Fakultät für Hospitality & Tourismus an der Staatlichen Universität für Geisteswissenschaften der RGGU Moskau sowie an der Internationalen Schweizer Universitaet, St. Petersburg


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