• Stephan Busch

Hotel Rev. Management. Künstliche Intelligenz für die Großen – Gefühl für die Kleinen



Selbst die besten Revenue Management Systeme funktionieren nicht ohne einen Revenue Manager der sein Geschäft versteht. In normalen Zeiten sollten die Systeme von qualifizierten Managern lernen um immer besser zu werden und Informationen und Daten richtig zu verarbeiten. Der Manager, der menschliche Faktor, wird aber immer unverzichtbar bleiben.


Was diese Systeme bis 2019 gelernt haben war spätestens mit dem Beginn der Corona Maßnahmen ziemlich nutzlos. Krisen wie die Coronamaßnahmen kann man nicht vorhersagen und AI (Artificial Intelligence) kann somit auch nichts über solche Informationen verfügen geschweige denn sie verarbeiten. Da war auch bei den Großen Brands wie Marriott wieder der erfahrene Revenue Manager gefragt. Nur war der dort auch überfragt. Wenn gar keine Revenue rein kommt gibt es auch keinen Umsatz den man managen oder optimieren muss.


Revenue Management macht Sinn ist aber in der Hotellerie und Gastronomie, mit sehr vielen Faktoren die Einfluss auf den Umsatz nehmen sehr schwierig. Darum ist es für die großen Ketten sehr wichtig die richtigen Systeme zu integrieren und die Informationen richtig anzuwenden, aber für kleinere Betriebe die lokal operieren eine oft viel zu teure Investition. Hier muss künstliche Intelligenz durch menschliche Intelligenz, Erfahrung, Gefühl und gesunden Menschverstand ersetzt werden.


Ein kleines Hotel in einer Kleinstadt kann auch von großen Messen und Veranstaltungen in den Ballungszentren profitieren wenn Zimmer Mangelware sind und auch längere Anfahrtswege von Besuchern in Kauf genommen werden solange sie ein Zimmer bekommen. Auch die Preise erhöhen und somit den Umsatz steigern ist dann natürlich für diesen Zeitraum sinnvoll. Sollten allerdings zur gleichen Zeit im lokalen Bereich viele Feiern, Familien oder lokale Firmen, stattfinden die Restaurant Umsatz und Zimmerbelegung garantieren wird sich der lokale Hotelbesitzer sicher für die lokalen Veranstaltungen entscheiden. Kurzfristig mag das weniger Umsatz bedeuten, langfristig macht es mehr Sinn loyale Kundschaft die auch weiterhin im Einzugsbereich leben langfristig zufrieden zu stellen und somit in die Zukunft zu investieren.


Jetzt bei hoher Inflation und steigenden Preisen wird es, je kleiner der Betrieb ist, schwierig die Kosten auf den Gast umzulegen da zu hohe Preise null Umsatz bedeuten wenn niemand mehr kommt. Wie in England Kneipenbesitzer unmöglich 15 Pfund bis 20 Pfund pro Bier verlangen können dies aber eigentlich müssten um steigende Energiepreise und Kosten für Personal und Produkte aufzufangen kann auch das Beste Revenue Management System nur vorschlagen die Tür für immer zu verriegeln.

Krisenzeiten sind Zeiten in denen Revenue Management den Menschen mehr braucht als das System. In Zeiten wie jetzt wo besonders in Europa Menschen die für Hotellerie und Gastronomie eine Zielgruppe waren, können sich den Urlaub oder das Restaurant nicht mehr leisten. Steigende Kosten schrecken noch mehr ab. Umsatz überhaupt machen ist seit Ende 2019 das einzige Wichtige. Umsatz managen tritt in den Hintergrund.


Das Geschäft erhalten oder lieber zusperren bevor man zu sehr ins Minus fällt ist die erste Entscheidung die getroffen werden muss. Hotellerie und Gastronomie sind auf ein friedliches funktionierendes System und eine Einigermassen funktionierende Wirtschaft angewiesen.


Wir hatten die fatalen Corona Maßnahmen, dann Sanktionen die allen Schaden, Inflation und Pleitewellen. Was kommt als nächstes?


Es wird weitergehen aber wir müssen flexibler und besser managen und nicht wie bis Ende 2019 Wohlstand und Umsatz nur verwalten. Krisen sind Zeiten wo Flexibilität und Einfallsreichtum zählen. Diejenigen die nur jeglichen Versprechen, Statistiken und Anweisungen blind folgen sind die wahre Gefahr für den Umsatz in Hotellerie und Gastronomie! Viele Voraussagen und Wirtschaftliche Prognosen sind in diesen Zeiten meist so erstellt das sie politische Massnahmen in einem besseren Licht erscheinen lassen und sollten bei der Planung von Revenue Managern sehr skeptisch und kritisch gesehen werden



Stephan Busch verfügt über eine unschätzbare und vielfältige Erfahrung in der Hotellerie, die von Führungspositionen bei den renommiertesten Hotel- und Resortunternehmen bis zur Projektentwicklung - Inbetriebnahme, Geschäftsentwicklung - für Hotel- und Kreuzfahrtunternehmen in Asien, Europa, Kanada und Russland reicht .

Seine Expertise umfasst nicht nur die Planung, Eröffnung und den Betrieb von Hotels, internationalen Golfclubs, Flughäfen, Resorts und Kreuzfahrtschiffen, sondern auch die erfolgreiche Umstrukturierung und Neupositionierung von Unternehmen während der Finanzkrise in Asien.

Stephan Busch erwarb sein Master-Zertifikat in Hospitality Management an der Cornell University, USA und war viele Jahre Akademischer Direktor / Fakultät für Hospitality & Tourismus an der Staatlichen Universität für Geisteswissenschaften der RGGU Moskau sowie an der Internationalen Schweizer Universitaet, St. Petersburg


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