• Stephan Busch

Grüne & Nachhaltige Hotels & Gastronomie? Lügen wir uns nicht selbst in die Tasche?



Hotels & Restaurants waren immer bemüht Nachhaltig und auch Grün zu wirtschaften. Hier sprechen wir von den kleinen unabhängigen Betrieben die mit Ihren Wurzeln verbunden waren, nur lokale und saisonale Produkte verwendeten, weil sie die Nachbarn kennen aber alleine schon um wirtschaftlich arbeiten zu können aber auch aus Verbundenheit zu Ihrer lokalen Umwelt. Fleisch vom lokalen Schlachter und Gemüse vom Nachbar Bauern waren bekannt, gut und man wurde nicht übers Ohr gehauen.


Die emotionale Bindung an Aldi dagegen existierte nicht. Warum auch? Und wie? Wenn am Sonntag bei vollem Geschäft mal Fleisch und Gemüse ausgingen rief man Schlachter Meier und Bauer Schmidt an und der hat mal schnell was vorbeigebracht. Bei Aldi lief die automatische Nachricht das ab Montag es wieder Mangos aus Thailand für nur 99 Cent erhältlich sein und die Bananen einzeln in Plastik eingeschweißt Frische garantieren. Wen das nicht Beziehungen aufbaut?


Doch die Globalisierung führte dazu das es Fleisch aus Argentinien sein muss, Pfirsiche aus dem Alten Land vergammelten während Mangos aus Vietnam hip waren, Krabben aus der Nordsee frisch gefangen nicht auf den Markt kommen, sondern tiefgefroren nach Marokko geschifft werden, dann aufgetaut gepult werden, wieder eingefroren an die Nordsee geschifft werden und dann auf die Speisekarte kommen. Sehr Nachhaltig das Ganze!


Die Grünen für Fracking Gas und LNG

Während Scrubber gelobt werden die viele Abgas Schadstoffe aus Kreuzfahrtschiffen filtern wird fast nie erwähnt das die giftige gesammelte Brühe aus giftigen Metallen und Chemikalien und Ölen direkt im Meer versenkt werden. Die Grünen haben es in Deutschland geschafft einen Terminal mit Steuergeldern zu bauen der LNG Gas aufnehmen kann. Nicht oft wird erwähnt das dies US Fracking Gas ist das auf minus 150 Grad mit Methan runtergekühlt werden muss und bei jedem umladen Methan entweicht das 10x mal schädlicher für die Atmosphäre ist als CO2. Die Gas Schiffe fahren mit Schweröl das wir bei den Kreuzfahrtschiffen aber nicht bei diesen Frachtern jetzt mit Scrubbern umleiten. Das macht Sinn!


Die kleine Shampoo Flasche verschwand um von dem großen Plastikmüll ersetzt zu werden

Der Umstieg vieler Hotels und Kreuzfahrtschiffe von kleinen Shampoo Flaschen und anderen Amenities auf Nachfüllbare Behälter wurde als Erfolg gefeiert doch man muss übersehen haben das die Behälter aus großen Plastikflaschen und containern nachgefüllt werden die dann als Müll enden. Ist das ein Erfolg?



Der Corona Müll wird nicht einmal erwähnt

Die Corona Maßnahmen weltweit haben dazu geführt das Plastik und anderer Müll für den kurzen wegwerf gebrauch produziert werden. Bei 447 Millionen Einwohner in der EU und einer empfohlen maximalen Tragezeit für Masken sind das alleine 5 Milliarden Masken Müll pro Tag in der EU alleine. Dazu kommen Desinfektion Spender die auch aus Plastik Container nachgefüllt werden sowie Test Sets und Impfmüll.

Das Verbot von Restaurantbesuchen führte zu einer Umstellung zum Abhol- und Lieferservice der wiederum riesige Menge Müll verursacht. Millionen von Plastik Gesichtsschildern wurden produziert die jetzt als wertlos gelten und auch im Müll landen.


Einige Hotelketten haben Millionen Plastik Sticker produziert die nach dem Reinigen des Zimmers an die Tür geklebt werden und Desinfektion und Sauberkeit versprechen. Die landen danach gleich im Müll. Hinterfragt niemand in den Corporate Etagen der Hotelketten solche Entscheidungen?


Was also tun um ehrlich grün zu arbeiten?

Wir selbst werden uns bewusst um lokale Produkte bemühen müssen und versuchen Müll zu vermeiden. Das ist leichter gesagt als getan. Alleine der Versuch auf Plastik zu verzichten ist schon fast unmöglich da alles fast in Plastik verpackt wird. Einen Versuch ist es wert. Solange die Politik nicht gegen die sinnlose Müllproduktion vorgeht – und das tut sie nicht – werden wir Teil der Abfallgesellschaft bleiben. Auch lokal einkaufen ist wichtig aber gegen das Preis Dumping der globalen Lieferanten oft finanziell nicht sinnvoll.


Wir müssen bei uns selbst anfangen auch wenn das schier unmöglich scheint – es wird einen Unterschied machen!

Grün und Nachhaltig ist im Moment fast nur Marketing & PR! Diejenigen die jetzt heranwachsen und später in den Vorstandsetagen sitzen werden haben hoffentlich dazu gelernt. Es ist an uns gute Beispiele – und wenn es nur im Kleinen ist – zu geben damit sie lernen das es Sinn macht sich anders zu verhalten.



Autor: Stephan Busch, für viele Jahre Akademischer Direktor an der Staatlichen Universität für Geisteswissenschaften Moskau RGGU, Fakultät für Tourismus und Gastgewerbe und der Swiss International University, erwarb sein Master-Zertifikat in Hospitality Management an der Cornell University, USA. Er verfügt über vielfältige Erfahrungen in der Inbetriebnahme, Geschäftsentwicklung und Serviceschulung für Hotel- und Kreuzfahrtunternehmen in Asien, Europa, Kanada und Russland.

www.itsjusthotelsservice.com, contact@itsjusthotelsservice.com


6 views0 comments