• Stephan Busch

Gastronomie und Hotels von Versicherungen und Banken im Stich gelassen!



Die Unterstützung der Gastronomie durch den Staat ist schon eine blamable Katastrophe - das Verhalten der Banken beschämend und das der Versicherungen grenzt schon fast an Betrug. Nun sehen sich Versicherungen einer Klagewelle gegenüber in Deutschland, England, Frankreich und den USA


Die Banken haben sich früh entschieden trotz staatlicher Unterstützung mit Milliarden alle Hilfen fuer die Gastronomie auszuschließen.


“Gastgewerbe kaum kreditwürdig? / Sparkassen-Präsident: KfW-Programm wird vielen Unternehmen nicht helfen (Handelsblatt 31. März 2020).


Die Kreditvergabe in das Gastgewerbe sieht der Sparkassen-Präsident kritisch. «Bei Gastronomie, Hotels, Eventmanagement, Catering sowie in den Sektoren Reise, Verkehr, Logistik, Touristik und Luftfahrt leben viele Unternehmen von ihrem laufenden Umsatz, die Margen sind relativ niedrig. Kredite im Rahmen des KfW-Programms könnten «nur Unternehmen erhalten, bei denen davon auszugehen ist, dass sie das Darlehen innerhalb von fünf Jahren auch zurückzahlen können

(Anmerk.: Die Gastronomie sieht er dort nicht).


Stefan Bender, Leiter Unternehmensbank Deutschland der Deutschen Bank. «Und klar ist auch: Wenn der Kunde schon vor der Corona-Krise massive Probleme hatte, sein Geschäft fortzuführen, bekommt er möglicherweise keinen Förderkredit.”

(Handelsblatt 31. März 2020).

(Und das von der Deutschen Bank die andauernd mit Milliarden von Steuergeldern gerettet wird.)


Dazu kommt noch der systematische Betrug am Kunden durch die Banken:


“Sparkassen und Volksbanken: ARD-Doku deckt auf, wie Kunden mit Tricks abgezockt werden”

“Unternehmer Gerhard Stelter aus Verden in Niedersachsen hat Nachrechnen lassen. In zehn Jahren haben alle drei Hausbanken eine Million Euro Zinsen zu viel kassiert. ( und das nur in seinem Unternehmen!)”

Merkur.de (https://www.merkur.de/wirtschaft/sparkassen-volksbanken-ard-doku-deckt-auf-wie-kunden-mit-tricks-abgezockt-werden-zr-12972792.html)Zahlen Versicherungen für Corona-Schäden?


Den Kunden entstehe durch die Rechentricks der Banken jährlich ein Schaden von mehreren Milliarden Euro, schätzt der Bankenexperte und Professor Hans-Peter Schwintowski. Der gewerbliche Mittelstand werde dadurch kaputtgemacht.

(02.09.2019 Hallo Niedersachsen) NDR



Versichert? Wohl eher nicht!

Nun ziehen die Versicherungen nach und wollen kein Geld zahlen obwohl Ihre Kunden ( die Gastronomie) Jahrzehnte lang hohe Prämien fuer teure Betriebsschließungsversicherung bezahlt haben. Ein wenig Hoffnung kommt vom Gericht das sich mit diesen Fällen jetzt beschäftigt.


“Schuld daran sind mal wieder - die Versicherungskonzerne. Sie wollen nicht zahlen - oder allenfalls nur einen Bruchteil des entstandenen Schadens. Dabei hatten zahlreiche Gastronomen und Hoteliers eine teure Betriebsschließungsversicherung abgeschlossen.”


In Bayern vereinbarten mehrere Versicherer, darunter die Allianz, die Versicherungskammer Bayern (VKB) und die Haftpflichtkasse, 10 bis 15 Prozent der vereinbarten Tagessätze an die betroffenen Gastronomen auszuzahlen. (10 Prozent statt 100%?)


Doch einigen Gastronomen reicht das nicht. Sie wollen vor Gericht ziehen - gegen Allianz, Zurich, Axa & Co. Viele Anwälte ermutigen sie dazu. Rückendeckung gibt ihnen ein erstes Urteil des Landgerichts Mannheim. "Betriebsschließungen aufgrund Covid-19-Verfügungen seien durchaus über entsprechende Policen versichert, erklärten die Richter. Nun droht den Versicherern eine Klagewelle.


Auch in Frankreich musste der Versicherungsriese Axa eine Schlappe einstecken. Im Streit um Betriebsschließungsversicherungen sprach ein Gericht dem Betreiber von vier Restaurants in Paris Entschädigungen für Umsatzausfälle für Umsatzausfälle zu.


Deshalb hat der Bund einen Schutzschirm (fuer die Versicherungen!) gespannt: Er übernimmt für dieses Jahr eine Garantie für Entschädigungszahlungen der Kreditversicherer von bis zu 30 Milliarden Euro.(Steuergelder)

(Tagesschau Stand: 12.06.2020)


Eine Richterin stellt die Dinge richtig

“Die Weigerungen zahlreicher Versicherungsunternehmen, Schäden über sogenannte Betriebsschließungsversicherungen zu regulieren, dürften vor Gericht keinen Bestand haben. Das ließ Susanne Laufenberg, Vorsitzende Richterin am Landgericht München I, zum Auftakt einer ganzen Prozessserie erkennen.


Dass die Schließung nicht von der "zuständigen Behörde", also dem Gesundheitsamt angeordnet wurde, sondern von der Regierung: unerheblich, denn das Wirtschaftsministerium ist auch eine Behörde.


Dass die Verordnung nicht nur einen einzelnen Betrieb traf, sondern alle: "Das ist für den Betroffenen egal", sagt Laufenberg. Dass sich die Wirte zunächst selbst gegen die Schließung hätten wehren sollen, etwa durch eine Klage vor dem Verwaltungsgericht: nicht zumutbar, denn währenddessen hätten sie ja trotzdem nicht öffnen dürfen.


Auch das Argument, dass in den meisten Betrieben keine Corona-Fälle vorlagen, sondern sie präventiv geschlossen wurden, ließ die Richterin nicht gelten: "Da steht nirgends, dass der Betrieb selbst betroffen sein muss." Den Passus in den Versicherungsbedingungen, dass der Wirt keine höhere Entschädigung erhalten darf als seinen tatsächlichen Schaden, hält die Richterin sogar komplett für unwirksam: "Tagessatz ist Tagessatz. Die Versicherung würde ja auch nicht mehr bezahlen, wenn der Schaden höher wäre.” Laut Susanne Laufenberg, Vorsitzende Richterin am Landgericht München I”

(31. Juli 2020, Sueddeutsche)


Also gibt es fuer ein paar wenige zumindest Hoffnung das die Banken und Versicherungen der Bevölkerung und dem Mittelstand nicht noch mehr Schaden zufügen können. Traurig ist nur das wir vor diesen Institutionen beschützt werden müssen.



Autor: Stephan Busch, Akademischer Direktor an der Staatlichen Universität für Geisteswissenschaften Moskau RGGU, der Fakultät für Tourismus und Gastgewerbe und der Swiss International University, erwarb sein Master-Zertifikat in Hospitality Management an der Cornell University, USA. Er verfügt über vielfältige Erfahrungen in der Inbetriebnahme, Geschäftsentwicklung und Serviceschulung für Hotel- und Kreuzfahrtunternehmen in Asien, Europa, Kanada und Russland.

www.itsjusthotelsservice.com, contact@itsjusthotelsservice.com


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