• Stephan Busch

Gastronomie so hilflos wie die Politik. Viel geht jetzt verloren!



Weihnachten steht fast vor der Tür und von einem Besseren Geschäft kann nicht die Rede sein. Von einem zurück zu normal sind wir noch ganz weit entfernt. Die Menschen möchten reisen, Restaurants und Familienfeiern genießen aber die Maßnahmen werden dies auch dieses Jahr nicht erlauben.


In der Kreuzfahrtbranche sind die Buchungsaussichten gut aber wie weit die Einschränkungen das Geschäft behindern bleibt abzuwarten. Uniworld berichtet von Buchungen nach Indien, Vietnam und Ägypten von 425% Steigerung für das nächste Jahr. Oceana Cruises hat die Weltreise für 2023 an einem einzigen Tag ausverkauft.


In Deutschland kämpft man allerdings zuerst mit den verlorenen Einnahmen, Einschränkungen und den steigenden Kosten.


„Angela Inselkammer, DEHOGA-Verbandspräsidentin, sagte dazu bereits am Freitagabend: „Die jetzt gültige Regelung wird dem Gastgewerbe den Garaus machen.“ Dass sich ungeimpfte Beschäftigte jetzt auf eigene Kosten zweimal pro Woche einem PCR-Test unterziehen und dafür 800 Euro im Monat zahlen würden, sei utopisch. Auch die Unternehmen könnten diese Kosten nicht stemmen. „Die Folge wird sein, dass dem Gastgewerbe massenhaft Mitarbeiter verloren gehen, da ‚3G plus‘ in vielen berufsverwandten Bereichen wie dem Einzelhandel nicht gilt - ebenso wenig, wie die Pflicht zum Tragen einer Maske während der Arbeit“, sagte Inselkammer. Es drohe der „personelle Shutdown einer ganzen Branche“.

(https://www.merkur.de/bayern/corona-bayern-gastronomie-3g-2g-pcr-test-kosten-dehoga-impfung-impfpflicht-tn-91101681.html)


„Das Zittern der im Gastgewerbe Tätigen geht derweil weiter. Die Pandemie wird noch viele Gaststätten das Genick brechen, ist sich der Ratskeller-Wirt sicher. „Das Sterben beginnt erst.“

(Merkur.de/bayern Nov 2021)


In dem von der Corona-Krise schwer gebeutelten Gastgewerbe gibt es wenig Hoffnung auf einen versöhnlichen Jahresabschluss. Wie aus einer Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes unter 388 Unternehmern in Nordrhein-Westfalen hervorgeht, sind bei den Restaurants deutlich weniger Buchungen für Weihnachtsfeiern und andere Veranstaltungen im Dezember eingegangen.

(https://www.tageskarte.io/gastronomie/detail/zwei-drittel-der-gastronomen-und-hoteliers-berichten-von-weniger-buchungen-fuer-weihnachtsfeiern.html)


Gewinner ist die billig Schiene mit schlechtem Service und wenig Qualität aber vom Staat gefoerdert!


MacDonalds. Der Gewinn kletterte im dritten Quartal verglichen mit dem Vorjahreswert um 22 Prozent auf 2,15 Milliarden US-Dollar (5,3 Mrd Euro), wie der Burger-King-Konkurrent mitteilte.


Bei der weltgrößten Café-Kette Starbucks florieren die Geschäfte. In den drei Monaten bis Ende September steigerte das Unternehmen die Erlöse im Jahresvergleich um 31 Prozent auf 8,1 Milliarden Dollar (6,9 Mrd. Euro)

(https://www.tageskarte.io/gastronomie/detail/mcdonalds-steigert-umsatz-und-gewinn-deutlich.html)


Die Selbstbedienungsläden florieren und werden dabei von den hilflosen agieren der Politik unterstützt. MacDonalds zahlt wie bekannt keine Steuern in Deutschland hat aber die komplette Umsatz Erstattung vom Deutschen Steuergeld bekommen.


Wie schon John Hendrie 2006 über Service und Qualitätserwartungen der Kunden sagte: „Wir haben einen guten Job gemacht die Erwartungen runter zuschrauben aber die Spirale kann sich nicht viel weiter nach unten begeben“

(Rescue From Mediocrity. The Decline Of Service Etiquette – A Sequel - by John R. Hendrie, Hospitality Performance, Inc. 2006)


Es gibt zwar Vorschläge wie man den Problemen entgegentreten sollte aber der folgende Vorschlag der DEHOGA scheint mir unbezahlbar.


Der DEHOGA hat einen Sieben-Punkte-Plan vorgelegt, der die Brache wieder attraktiver für Mitarbeiter machen soll. Das Papier sieht deutliche Lohnerhöhungen für Auszubildende, Fach- und Hilfskräfte vor. Vergütungen sollen demnach um bis zu 60 Prozent steigen.

Fachkräfte sollen künftig mindestens 15 Euro pro Stunde verdienen (bislang 11 Euro), Hilfskräfte sollen 12 Euro (bisher 9,60 Euro) erhalten. Auch die Löhne der Auszubildenden sollen steigen: auf 1.000 Euro im ersten Jahr, 1.100 Euro im zweiten und 1.200 Euro im dritten Jahr. Laut DEHOGA entspricht dies Steigerungen von 60, 42, und 30 Prozent gegenüber den aktuellen Vergütungen.

Die Lohnerhöhungen für die Beschäftigten sollen durch Preissteigerungen ausgeglichen werden.

(9. November 2021 https://www.tageskarte.io/politik/detail/dehoga-in-rheinland-pfalz-gehaelter-und-preise-im-hotels-und-restaurants-sollen-deutlich-steigen.html)

Wie soll man Lohnerhöhungen von bis zu 60% durch Preissteigerungen finanzieren? Wer kann das noch bezahlen? Wieviel Gäste werden verloren gehen? Warum nicht auf den Staat einwirken und Steuererleichterungen erzwingen? Wäre das nicht die Wichtigere Aufgabe des Verbandes? Ich wuerde gerne diese Lohnerhoehungen sehen aber ist das realistisch?

Es geht viel verloren. Qualitaet! Personal! Einnahmen! Aber auch der Genuss sich das Ausgehen leisten zu koennen und am Ende die Vielfalt der Gastronomie!

Es wird weiterhin interessant bleiben!



Stephan Busch verfügt über eine unschätzbare und vielfältige Erfahrung in der Hotellerie, die von Führungspositionen bei den renommiertesten Hotel- und Resortunternehmen bis zur Projektentwicklung - Inbetriebnahme, Geschäftsentwicklung - für Hotel- und Kreuzfahrtunternehmen in Asien, Europa, Kanada und Russland reicht .

Seine Expertise umfasst nicht nur die Planung, Eröffnung und den Betrieb von Hotels, internationalen Golfclubs, Flughäfen, Resorts und Kreuzfahrtschiffen, sondern auch die erfolgreiche Umstrukturierung und Neupositionierung von Unternehmen während der Finanzkrise in Asien.

Stephan Busch erwarb sein Master-Zertifikat in Hospitality Management an der Cornell University, USA und war viele Jahre Akademischer Direktor / Fakultät für Hospitality & Tourismus an der Staatlichen Universität für Geisteswissenschaften der RGGU Moskau sowie an der Internationalen Schweizer Universitaet, St. Petersburg


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