• Stephan Busch

Auf dem Flughafen fliegen die Fetzen!



Die Ansage des Lufthansa Kapitäns der sich für die Verspätung entschuldigte mit der Erklärung das dies jetzt normal sei das es einfach nicht mehr genug Personal gibt um die Maschinen abzufertigen, hatte ich schon in meinen Erfahrungen vor drei Monaten geschildert. Nun hat der Frankfurter Flughafen noch einen draufgesetzt.


Aus China aber auch aus Russland ist man auch heutzutage gewohnt innerhalb von 30 - 45 Minuten vom Betreten des Flughafens alle Hindernisse, Security, ein checken aus checken und Gepäck, Passkontrolle überwinden kann. Singapore setzt mit 15 Minuten den Rekord. Das war auch einmal in Frankfurt so hat sich aber grausam geändert. Gut das nicht so viele Touristen im Moment kommen. Die wenigen die ich jetzt traf waren gar nicht begeistert.


Der erste Treppenwitz

Wir landeten in Frankfurt und die Maschine rollte bis zum Gebäude. Da freut man sich schon immer das man nicht durch den Regen zum Bus laufen muss. Weit gefehlt. Die Maschine stellte die Motoren aus und die Leute standen wie immer, Corona konform, dicht gequetscht im Flugzeug Gang. Da kam die Ansage des Kapitäns das leider kein Personal zur Verfügung stand um die Treppen an das Flugzeug zu rollen und wir warten müssten. Treppen? Der Flughafen schien sich rückwärts entwickelt zu haben und die Bestätigung kam in den nächsten 2 Stunden und 30 Minuten die ich brauchte um aus dem Flughafen hinaus zu kommen.


Eng kuscheln

Wir atmeten also, brav wartend, die Ausdünstungen unserer mit gequetschten Leidensgenossen ein bis endlich die Ansage kam das jetzt Treppen kommen würden allerdings die Polizei auch da sie vor dem Flugzeug schon mal die Pässe kontrollieren wollte. Also dauerte das Ganze noch länger da an beiden Treppen je 2 Polizisten jeden anhielten. Als dann endlich alle im Bus waren ging es zum Terminal. Noch eine schöne Rundfahrt über den Flughafen. Dabei immer die Ansagen das man Abstand halten sollte was vom engen Gang bis zum vollen Bus ja sehr viel Sinn machte.


Es wurde allerdings noch besser.

Im Terminal endlich angekommen ging es zur Passkontrolle. Die elektronische Passkontrolle für EU-Bürger war abgestellt – das wäre wahrscheinlich zu einfach gewesen. Also stellten wir uns alle in eine lange Schlange um ewig zu warten. Ich hatte genug Zeit grob zu zählen und kam auf über 450 Menschen in dieser Schlange die allerdings noch länger war da zwei verzweifelte Ordner weit hinten die Menschen in die Gänge schickten um sich anzustellen wo ich sie nicht mehr sehen konnte. Es waren nur 2 Schalter geöffnet. Die 4 Beamten die vor dem Flugzeug den Stau verursacht hatten fehlten hier scheinbar.


Die ersten Menschen durchdrangen die Absperrung um schneller an die Schalter zukommen da sie Anschluss Flüge und Züge erreichten mussten. Die zwei Ordner konnten das nicht sehen da sie weit hinten Gänge mit noch mehr Menschen füllten. Wir anderen, die wir wie Schafe vor dem Schlachthof in der Reihe standen, waren davon nicht begeistert und die ersten internationalen Wortgefechte begannen. Singen in der Kirche mag verboten sein, Schreien auf dem Flughafen wird in Frankfurt vom Management gefördert und der Organisation initiiert.

Endlich stellte jemand die Elektronische EU-Passkontrolle an sodass ich, wie viele andere, die Absperrung überwand und endlich durchkam.


War es das? Nein! Einer geht noch!

Damit durch ging ich zu den Gepäckbändern wo ich erwartete das mein Koffer schon schwindelig vom vielen herum fahren auf mich warten würde. Denkste! An meinem Gepäckband leuchtete die Nachricht das sich das Gepäck verspäten würde. Wie lange verspätet war ich jetzt schon und das Gepäck immer noch nicht da?

Am Ende waren es mehr als 2 Stunden und wenn ich jetzt oft die Empörung höre wenn Zustände im Augenblicklichen Deutschland mit DDR-Zeiten verglichen werden muss ich sagen das mir das auch in den Sinn kam.


Ich habe dann noch eine Stunde am Bahnhof auf den Zug warten dürfen. Die Zeit wurde mir vertrieben mit den Ansagen welche Züge verspätet waren und welche ausfielen. Das waren noch mal eine Menge Ansagen und zum Glück fiel mein Zug nicht komplett aus. Die Wartenden Menschenmassen drängten sich auf Grund von Verspätungen und Ausfällen eng aneinander was der Ansage der ständig verkündeten Mahnungen zum Abstand halten keinen Abbruch verursachte.


In zwei Wochen darf ich wieder los. Ich freu mich schon!


Stephan Busch verfügt über eine unschätzbare und vielfältige Erfahrung in der Hotellerie, die von Führungspositionen bei den renommiertesten Hotel- und Resortunternehmen bis zur Projektentwicklung - Inbetriebnahme, Geschäftsentwicklung - für Hotel- und Kreuzfahrtunternehmen in Asien, Europa, Kanada und Russland reicht .

Seine Expertise umfasst nicht nur die Planung, Eröffnung und den Betrieb von Hotels, internationalen Golfclubs, Flughäfen, Resorts und Kreuzfahrtschiffen, sondern auch die erfolgreiche Umstrukturierung und Neupositionierung von Unternehmen während der Finanzkrise in Asien.

Stephan Busch erwarb sein Master-Zertifikat in Hospitality Management an der Cornell University, USA und war viele Jahre Akademischer Direktor / Fakultät für Hospitality & Tourismus an der Staatlichen Universität für Geisteswissenschaften der RGGU Moskau sowie an der Internationalen Schweizer Universitaet, St. Petersburg


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